Design und Usability
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Sind Fenster jetzt modern oder nicht? Minimalism

Gerade fiel mir eine Werbung zum neuen Android Tablet von Sony ins Auge. Darin wird auf eine Innovation hingewiesen, nämlich Fenster-Apps. Damit soll es möglich sein, eine zweite Mini-Anwendung zu benutzen, ohne die Haupt-Anwendung zu verlassen. Also beispielsweise den Taschenrechner, ohne die Webseite verlassen zu müssen. Und das besonders tolle, die Mini-App lässt sich auch verschieben!

Auch Samsung versucht seit dem Galaxy Note Fenster-Apps auf Tablets und Smartphones zu etablieren. So soll man parallel einen Film schauen können, während man im Internet surft. Auf dem mobilen Markt eine Innovation mag man meinen, denn die Vorteile sind nicht von der Hand zu weisen.

Aber kommt einem das nicht irgendwie bekannt vor?

Richtig, damals als unsere Väter noch Desktop PCs benutzen, gab es ein Betriebssystem namens Windows (wer das nicht hören mag, darf hier gerne auch Mac OS einsetzen). Nach schwächelnden Ansätzen etablierte sich ein System mit Fenstern, die beliebig über den Desktop verteilt werden konnte. Es hatte enorme Vorteile, schließlich ließ es sich so produktiver arbeiten. Aber das ist lange her, der mobile Markt wird dominiert von Apps, die keine anderen Apps neben sich dulden.

Während die einen also nun den Schritt von der Einzel-Anwendung zur Multi-Fenster-Anwendung wagen, gehen die anderen den entgegengesetzten Weg: Der Großvater des Fenstersystems schafft mit der Metro UI aka Modern UI von Windows 8 die Fenster ab (immerhin lassen sich noch zwei nebeneinander packen). Schließlich ist es so einfacher, minimal, simple, easy. Die Buzzwords der Moderne. Spätestens seit dem iPhone gibt es diesen stark wachsenden Trend zu minimalen Benutzerinterfaces, aktuell gipfelnd in der Modern UI.

Die Frage ist, ob man sich dadurch einen Gewinn für die Benutzbarkeit erkauft, oder vor lauter Simplifizierung die Benutzbarkeit mit wegrationalisiert. Hier sollte man als Interfacedesigner mal innehalten und kurz überlegen, ob Minimal Design nicht vielleicht doch nur das ist, was es heißt: minimal.

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