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Der IE hats nicht leicht. Gravierende Änderungen mit dem Windows Phone 8.1 Update

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Foto: Microsoft

Die Geschichte, die der Internet Explorer durchmachen musste, liest sich wie eine kleine Tragödie. Der kleine IE wächst auf, wird ein beliebter Teenager und rebelliert gegen das System. Kleine andere Jungs vermöbelt er, denn er hat ja noch seinen großen Bruder, auf den er sich verlassen kann. Alle guten Vorschriften lässt er links liegen und zieht lieber sein Ding durch. Mit den Jahren verlassen ihn viele Freunde, es gibt halt nettere Jungs und Mädels, die bodenständig und gesetzestreu leben und nicht wild über die Stränge schlagen. Mit dem Alter kommt er ins Grübeln, will nun alles richtig machen. Von nun an möchte er alle Regeln befolgen und sich demütig für ein funktionierendes System für alle einsetzen. Leider bemerkt es nun keiner mehr, denn sie haben alle noch das Bild des rücksichtslosen Teenagers im Kopf. Und sie beschimpfen ihn weiter, weil er nicht die tollen experimentellen Sachen macht, wie seine Konkurrenten.

Soweit die Ausgangslage

Gerade der mobile IE hat einen schweren Stand, da ein Großteil der mobilen Websites sich nicht an Webstandards hält, sondern gerne die experimentellen Features der Webkit und Mozilla Browser einsetzt. So unterstützen viele Sites CSS-Eigenschaften mit Vendor-Prefix (-webkit-border-radius), vergessen dabei aber die Variante ohne Prefix zu implementieren (border-radius). Da der IE sich geschworen hat, nur die finalen Standards zu unterstützen, kommt es hier natürlich zu Darstellungsfehlern.
Ein zweiter Punkt ist, dass von vielen Entwicklern fälschlicherweise davon ausgegangen wird, dass jeder IE eine Seite per se falsch darstellt. Über den User Agent werden diese Browser aussortiert und mit rudimentäreren Varianten der Webseite beliefert. Oder es wird überhaupt nicht erkannt, dass der mobile IE ein mobiler Browser ist, so dass er die Desktop Version einer Website ausgespielt bekommt.

Was ist nun passiert?

Am 31. Juli 2013 kündigte Microsoft nun einen bemerkenswerten Strategiewechsel für den IE11 an, und zwar mit dem neuen Windows Phone 8.1 Update. Man hat gemerkt, dass es nichts bringt sich 100%ig an Standards zu halten, wenn das Ergebnis dadurch für den Benutzer suboptimal ist. Dazu hat man eine Reihe an Maßnahmen ergriffen, wovon ich die folgenden beiden am interessantesten fand:

  1. Änderung des User Agent Strings. Man hat sich die über 500 populärsten Websites angeschaut und den User Agent dahingehend abgeändert, dass so viele dieser Sites wie möglich eine vernünftige mobile Variante ausspielen. Bemerkenswert. Sollte doch eigentlich ein Standard als Grundlage dienen, wird nun der Standard dem Status Quo angepasst.
  2. Mapping von CSS Eigenschaften mit Vendor-Prefix auf standardisierte Eigenschaften. Eine Website, die nur -webkit- Eigenschaften verwendet, wird somit vom neuen IE trotzdem korrekt angezeigt.

Damit schafft man es nun 40% der Top 500 Sites besser aussehen zu lassen. Ein kluger Schachzug, denn die Benutzer würden bei Fehlern sicherlich zuerst den IE verantwortlich machen. Für die Webtechniker ist der obige Link auf jeden Fall mal einen Blick wert.

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