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Ein minimalistischer Brief-Generator

Endlich open source: der Brief-Generator

Heute präsentiere ich ein weiteres Projekt aus den Tiefen meiner Sammelkiste: den Brief-Generator! Zwar stammt das Projekt ursprünglich aus dem Jahre 2012, aber das Teil ist immer noch top gepflegt und läuft wie ein Kätzchen.

Wie es dazu kam

Es begann damals alles mit meiner Weigerung, Word für professionelle Briefe einzusetzen. Die mitgelieferten Vorlagen waren allesamt nicht zu gebrauchen und auch eine typografisch schöne und exakte Vorlage war schwierig zu erstellen. Irgendwann habe ich mich dann hingesetzt und eine vernünftige Vorlage in Indesign erstellt, mit schöner Schrift, sauber abgemessenen DIN-Abständen, minimalistisch. Damit bin ich auch ziemlich lange gut klargekommen, es nervten mich aber weiterhin drei Sachen:

  1. Indesign ist langsam. Will man schnell eine lieblose Kündigung abschicken, nimmt das Öffnen des Programmes und der Exportiervorgang schon einen Großteil der Arbeit ein.
  2. Ich schreibe sehr sehr selten Briefe. Und wenn es doch mal wieder soweit ist, kann es gut sein, dass sich das zur Vorlage passende Programm (Word/Indesign) inzwischen um zwei Generationen weiterentwickelt hat. Dann heißt es Vorlage anpassen, wenn sie überhaupt noch kompatibel ist.
  3. Auch nicht unwahrscheinlich ist es, dass ich inzwischen meinen Rechner gewechselt habe, auf dem das passende Programm nicht mehr installiert ist. Oder die Schrift fehlt inzwischen. Oder ich arbeite gerade an einem Zweit-Rechner.

Die Idee

Diese einfache Aufgabe des Briefe-Schreibens kann sich also schnell zu einem haarsträubenden Monstrum entwickeln. Irgendwann wurde es mir zu bunt und ich nahm mir die Zeit etwas Zukunftsicheres zu bauen. Das ganze sollte nach meinen individuellen typografischen Bedürfnissen gestaltet sein und ein exaktes Layout für einen DIN-A4-Standard-Brief generieren. Damit ich geräteunabhängig arbeiten kann, erstellte ich dazu einfach ein HTML-Dokument und lud es auf meinen Server hoch. Bei meinem Ebay-Generator hatte ich damit bisher schon sehr gute Erfahrungen gemacht. Per CSS-Media-Query konnte ich nun die Druckausgabe detailliert steuern. Dank des HTML5-Attributs contenteditable musste ich nicht mal einen Editor bauen; ein Klick in die Vorlage und es kann direkt losgeschrieben werden. Für die Fett- und Kursiv-Schreibweise bieten die Browser sogar standardmäßig Tastenkürzel an (fett via STRG+B oder CMD+B und kursiv via STRG+I oder CMD+I sollten eigentlich meistens funktionieren). Den Brief drucken kann man direkt über die Drucken-Funktion des Browsers. Und das beste: Über einen PDF-Drucker kann man das Dokument direkt als PDF-Datei abspeichern (Google Chrome bringt beispielsweise einen eingebauten PDF-Drucker mit). Ein weiterer netter Vorteil der Web-Technologie: Über den Local-Storage-Cache des Browsers bleiben alle Daten lokal auf dem Rechner und werden nicht auf andere Server übertragen, Datenschutz: check. Außerdem kann man beliebig die Arbeit unterbrechen und später fortsetzen, jeder Tastendruck wird gespeichert.

Ein paar kleinere Nachteile gibt es aber noch: Den Generator gibt es nur auf Deutsch. Und mehrseitige Briefe sind damit noch nicht möglich.

Lange Rede, kurzer Sinn

Für diesen Post habe ich das Projekt mal herausgeputzt, unter die Open-Source-Lizenz GNU GPL v3 gestellt und auf GitHub veröffentlicht. Ihr dürft euch das Paket also sehr gerne herunterladen und nach belieben anpassen. Das ganze lässt sich dann entweder direkt von eurer Festplatte starten oder ihr ladet es auf euren Server.

Wer darauf keine Lust hat, kann auch einfach diesen Link benutzen: https://greatestview.de/letter

Viel Spaß beim Ausprobieren!

Kategorie: Web
» zu den Kommentaren

von

Hi, ich bin Kim, Medienschaffender aus Berlin, der sich gerne mal in neuen spannenden Dingen austobt, seien es Medienprojekte, Weltreisen oder kulinarische Experimente.

5 Kommentare

  1. Super Idee! Ich habe das aus den selben Gründen einfach in GoogleDocs gemacht.

  2. Gefällt mir! Wenn du das Ganze erweiterst, damit man mehrere Seiten schreiben kann, wäre es doch eine super Alternative zum Offerten schreiben.

  3. @Marc, ja, Google Docs war auch erst der Plan, dann fand ich aber die Idee meine Briefe ohne Cloudanbindung zu bauen noch verlockender. :)

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