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Die Informationsflut bewältigen: RSS Feeds filtern

Mit Filter gehts besser. Foto: Peter A, CC BY-SA 2.0

Ich lese meine Nachrichten noch »altmodisch« in einem Feed-Reader. Dort laufen bei mir ca. 100 Nachrichten ein, täglich; von der regionalen Randnotiz bis hin zur Schlagzeile, die sich gerne über den Tag entwickelt und deswegen auch mehrmals im Feed erscheint. Es ist tatsächlich Arbeit, dieses Pensum am Tag zu schaffen, aber ich habe mich bewusst dafür entschieden: Ich möchte nämlich selbst entscheiden, welche Nachrichten für mich interessant und wichtig sind, anstatt sie mir vorfiltern zu lassen. Oft habe ich dadurch schon kleine interessante Beiträge entdeckt, die auf den großen Startseiten der Zeitungen nicht auftauchten.

Mein Feed-Reader Workflow

100 Nachrichten am Tag sind allerdings wirklich eine Menge. Um diesen bewältigen zu können, habe ich mir einen gewissen Workflow angeeignet:

  1. Morgens werden die neusten Artikel in den Feed-Reader geladen (übrigens der beste Feed-Reader für iOS: Reeder)
  2. Auf dem Weg zur Arbeit überfliege ich die ungelesenen Schlagzeilen: Könnte mich der Inhalt interessieren, bekommt der Artikel ein Sternchen, falls nicht, wird er als gelesen markiert und verschwindet somit aus der Liste.
  3. Abends zuhause lese ich in Ruhe die gesternchenten Artikel und entferne jeweils das Sternchen, wenn ich damit durch bin.

Ich wechsele also zwischen einem Scan- und einem Lese-Modus hin und her, wenn man so will. Natürlich schaffe ich es nicht immer, alles im Blick zu behalten, und es häufen sich die ungelesenen Artikel und die Sternchen an. In so einem Moment hilft dann ein sauberer Schnitt, in dem ich einfach alle Artikel als gelesen markiere und alle Sternchen entferne. 👍 Wenn etwas so wichtig ist, wird es schon irgendwann wieder auftauchen, denke ich mir.

Der RSS-Feed-Filter

Eigentlich war es erst eine Jux-Idee, aber dann dachte ich mir, warum eigentlich nicht? Mir ist mit der Zeit aufgefallen, dass sich ein gar nicht so geringer Anteil an Artikeln mit Spekulationen befasst, die inhaltlich keine tiefgreifende Erkenntnis bieten, aber gut klicken. Das ist hauptsächlich bei Tech-Blogs der Fall, wenn beispielsweise ein neues iPhone ansteht, aber auch seriöse Quellen machen da gerne mit. Solche Artikel finde ich inzwischen einfach nur nervig, weil es Zeit kostet sie zu lesen und man am Ende nicht schlauer ist als vorher. Beispiele aus dem realen Leben:

  • VW wollte Abgas-Skandal angeblich verborgen halten
  • Elektroautos: Daimler plant angeblich keine weiteren Projekte mit Tesla
  • Ermittlungen nach Zugunglück: Angeblich kein Funkloch bei Bad Aibling
  • Schott: In einigen Jahren könnte es Glas zum falten geben
  • Cisco will 500 Millionen US-Dollar in Digitalisierung in Deutschland stecken
  • Jetzt live: Behält von der Leyen ihren Doktortitel?
  • Software-Update – obwohl VW gewarnt war?

Könnte, wollte, hätte… diese Artikel werden mir zukünftig nicht mehr angezeigt. Das ganze funktioniert über eine simple Blacklist an Zeichen und Wörtern, die eine Überschrift nicht enthalten darf. Aktuell sieht diese so aus:

  • »?«
  • » soll «
  • » sollen «
  • » will «
  • » wollen «
  • » fordert «
  • » fordern «
  • » plant «
  • » planen «
  • » könnte «
  • » könnten «
  • »bundesliga«
  • »fußball«
  • »angeblich «
  • »anscheinend «
  • »vermutlich «
  • »offenbar «
  • »vielleicht «
  • »was war. was wird.«
  • »immer wieder sonntags«
  • »neuland podcast«

Wie man sieht, habe ich schon das neue Potential dieser Lösung erkannt und gewisse Themen einfach ausgeklammert, die mich eh nicht interessieren, wie z.B. die Bundesliga. 😎 Dazu kommen die üblichen Konjunktive, die die Schlagzeilen beherrschen, allen voran fordert bzw. fordern. Zu jedem Ereignis gibt es Menschen, die als Reaktion etwas fordern. Das wird zukünftig getrost ignoriert. Und sollte mir dadurch doch mal eine interessante Nachricht entgehen – wenn es wichtig war, wird es schon irgendwann mit anderer Headline auftauchen.

Technisch realisiere ich das ganze durch einen eleganten Core Hack des Full-Text RSS Scriptes auf meinem Server. Es funktioniert also nur, wenn ich die Feeds durch dieses Script schleuse. Wen es genau interessiert: In dieser Zeile muss folgender an höchster Ingenieurskunst grenzender PHP Code eingebaut werden:

Und schon ist die Welt ein bisschen aufgeräumter.

3 Kommentare

  1. Abgesehen davon, dass ich glaube, dass der Mythos von der „Informationsflut“ wahlweise eine Lüge oder seit 200 Jahren ein ganz normaler Aspekt des modernen Lebens ist … sehr schöne Idee!

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