Eine Poetry Slam Schablone to go 21.06.14

Book about nice things
Ich mag Poetry Slams, schon seit meiner Studienzeit in Bielefeld. Damals, als das alles noch total unbekannt und underground war, würde man heute behaupten. Gute Slams inspirieren mich, regen zum Nachdenken an, machen eine Menge Spaß. Einige Slammer haben dabei die erstaunliche Fähigkeit immer wieder neue Slam-Stile zu erschaffen und einen damit vom Hocker zu reißen (warum musste ich jetzt gerade an schtzngrmm denken). Leider habe ich das Gefühl, dass diese Innovationsfreude mit den Jahren abgenommen und sich stattdessen ein quasi-Slam-Standard durchgesetzt hat. Dieser zeichnet sich durch eine recht monotone, schnellfließende, fast schon rap-ige Sprechweise aus, welche konstant bis zum Ende beibehalten wird (mit Ausnahme einiger bedeutungsschwangeren Pausen zum Luft holen). Beim letzten Bastard Slam in Kreuzberg waren ca. 80% aller Slams nach diesem Schema aufgebaut! Die Vortragsweise an sich sagt natürlich erst mal nichts über den Inhalt aus. Es gibt hervorragende Slams in diesem, ich taufe es mal Slam-Style. Andersrum ist ein Slam im Slam-Style nicht automatisch ein guter Slam.

Falls man nicht vesteht, was ich damit meine: Ich habe mal versucht einen typischen Slam-Style-Slam nachzubauen (juhu, mein erster »Slam«). In diesem Sinne: Suppe, yippeyeah, stay true!


 

Heute…

entlasse ich die Worte,
vorher völlig ungeordnet,
nun in neuem Licht erscheinen.
Und ich kann es nicht verneinen
einen Sinn zu vermeiden, denn…
unsre Intention,
fast unscheinbar, gar verlorn.

Und red ich doch mit ernster Stimme,
hebe eine Faust gen Himmel,
packe Worte in drei Hüllen,
lasse monotype Bilder spielen.

Mal laut, mal leis,
dann schreiend, dann still.
Die Phrasenwalze, was ein Wunder,
aus blassem Wortteig wird ein bunter.
So kann ich selbst auch heiklen Themen
appellatives Antglitz geben.
Das ist es was ich will.

Nicht…

zu vegessen ist die Stille.
Vorher schnell, und schneller Wille,
nun abrupt der Paus erlegen.
Und ich weiß es ist verwegen,
kann ich doch noch eins ergänzen:
Denn zur letzlichen Vollendung
darf der Großstadt Flair nicht fehlen!
(Und ich kann es nicht verhehlen,
selbst so nahgelegne Reime
für mein Wortwerk fremdzustehlen.)

Eine Nacht, die erwacht,
und sich schwebend leis erhebt,
Um im Rhythmus der Extreme
eine wenig souveräne…
Geschichte zu erzählen.

Oben, tägliche Routinen,
leere Menschen auf den Schienen,
Das Durchstreifen dunkler Nächte
wird zum Kunstobjekt erhoben.
Auf der Suche nach der Liebe,
Exerzieren aller Triebe.
Vergessen…

wird doch allzu oft,
dem ganzen etwas Tiefsicht beizumessen.

Schöne Fotografie-Visualisierung 11.08.13

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Unabhängig von der Marke (und dem meiner Meinung nach besten Kamera-Smartphone des Jahres) wird in diesem Werbespot in beeindruckender Art die Entstehung eines Digitalfotos visualisiert. Die Photonen des Xenon-Blitzes werden in Super Slowmotion vom Objekt zurückgeworfen, passieren den Shutter und das Linsensystem, um dann auf den mechanischen Bildstabilisator zu treffen, sich auf den 41 Megapixel Sensor zu verteilen und am Ende über das Pentile Display ausgegeben zu werden. Diese ganzen Vorgänge sind sehr technisch und komplex, und werden dem Laien trotzdem recht simpel vermittelt. Beim mehrmaligen Betrachten sind mir jedenfalls keine groben Fehler aufgefallen. Ein hervorragendes Beispiel für die einfache Visualisierung eines komplexen Systems.

Nicht nur konzeptionell, auch technisch ist dieses Video hervorragend. Seien es die Beleuchtung, die Texturen oder die Kameraführung. Da werden die Designer sehr lange dran gearbeitet haben.

Einziger Kritikpunkt

Die Lichtstimmung am Ende des Videos bricht sehr stark mit dem Anfang (ab Minute 1:14). Die Licht- und Schatten-fokussierte Anfangssequenz wird plötzlich abgelöst durch platt beleuchtete Produktdarstellungen. Außerdem schleichen sich so drei Fehler ein: Weiterlesen…

Web-Prototyping mit CodePen statt JSFiddle 14.07.13

Prototyping mit CodePen

Heute gibt es mal einen Schwang aus der Welt des Frontend Developments.

Als HTML, CSS und Javascript Jongleur komme ich oftmals in die Situation, dass ich kleine Skripte oder Elemente austesten, in kleinem Rahmen Prototypen oder Module entwickeln oder einfach anderen Leuten Code zeigen möchte. Damit man sich dafür nicht mit lästigen Nebensächlichkeiten wie der Dateiverdrahtung, einem korrekten HTML Dokument oder Preprozessoren umherschlagen muss, gibt es inzwischen mehrere Webapps, die einem den Großteil an Arbeit dafür abnehmen.

Die Mutter aller Online Prototyping Tools ist jsfiddle.net. Hier gibt es die Möglichkeit direkt im <body>-Tag mit HTML loszulegen, einfach Bibliotheken hinzuzufügen oder Javascript zu coden mit einer integrierten Ergebnisvorschau. So sieht das ganze aus: Weiterlesen…

Die perfekte Rasur 30.06.13

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And now for something completely different: Die perfekte Rasur (auch für die Damenwelt interessant).

Früher: Trockenrasierer

In den Zeiten der Dreitagebärte gibt es immer noch Menschen, die eine gründliche und perfekt zelebrierte Rasur zu schätzen wissen. Da ich mit meinem Dreitagebart nicht viel anfangen kann, war ich bisher ein typischer Trockenrasierer. Es geht halt schnell und ist nicht sehr aufwendig: Anschalten, drüber fahren, fertig. Sehr unromantisch, laut und zweckdienlich. Mit der Zeit gaben allerdings meine beiden Rasierer den Geist auf. Bei meinem Philips HQ5812 funktionierte irgendwann nur noch der Langhaarschneider, beim Braun Series 1/190  nur der Scherkopf, die Akkuleistung ging stetig bergab. Austauschteile sind natürlich knapp und/oder teuer, ein Akkuwechsel ist nicht vorgesehen. Irgendwie müssen die Hersteller ja schließlich ihr Geld verdienen. Das merkt man umso mehr, wenn man sich durch die Produktpaletten arbeitet: Selbst die Toprasierer sind aus Plastik, haben keinen Wechselakku, dafür aber eine Säuberungsstation mit teuren Reinigungskartuschen und noch teureren Ersatzscherfolien. Berichte über die Soundoptimierung der Elektrorasierer bestätigen leider, dass Qualität hier eine untergeordnetere Rolle spielt. Neue Features sind die Dinge die zählen, seien sie noch so skurril. Denn damit hebt man sich von der Konkurrenz ab. So kommt es zu Kassenschlagern mit 3D-Kontur-Behaviour oder Moisture-Control-System. Weiterlesen…

iOS 7 – ein Kracher? 10.06.13

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Puh. iOS7. Was soll ich sagen. Gerade noch mit Alleinstellungsmerkmalen von Windows Phone beschäftigt und schon gibt es wieder einen Kracher auf der Apple WWDC 2013.

Versuchen wir mal den ersten Eindruck zu formulieren: Es zeigt sich endlich eine Konsequenz und Designexpertise, die ich von Apple schon vor Jahren erwartet hätte. Die Mischung aus Transitionen, Transluzenz, detailliert abgestimmter Typografie und Rückkehr zum Minimalismus gefällt mir auf den ersten Blick sehr gut!

Abgesehen davon: Die staunenden Beifallklatscher kann ich an manchen Stellen nicht so ganz verstehen, denn nicht wenig Elemente sind schamlos von der Konkurrenz übernommen worden. Dazu zählt der fast 1:1 kopierte Multitasking Effekt, den es unter Windows Phone schon Jahre gibt, das Control Center, die sich auf einer anderen Ebene bewegenden Hintergrundbilder, die bunte Anmutung. Trotzdem schafft es Apple meiner Meinung nach im Ganzen etwas Neues zu kreieren, Altes zu verbessern, ohne nur stumpf abzugucken. Innovation ohne Seitenblicke funktioniert nun mal nicht. Nun, wir werden bald sehen, ob es auch wirklich als innovativ herausstellt. Die dreiste Kopie des Multitasking Effekts nehme ich ihnen jedenfalls schon übel ;)

Weitgreifende Verbesserungen unter der Haube habe ich allerdings noch nicht ausmachen können, wie zum Beispiel verbesserte Kommunikation zwischen Apps oder die Öffnung für Drittanbietertastaturen, was wiederum Alleinstellungsmerkmale von Android sind.